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Der Umgang mit experimentellen Ergebnissen erweist sich in der theoretischen Physik auch sonst als Problem. Am 10. September 2008 wurde am CERN in Genf der ‚Large Hadron Collider’ (LHC) in Betrieb genommen. Als die Gelder für dieses gigantische Experiment in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bewilligt wurden, glaubte man noch an die Möglichkeit einer Energiegewinnung durch Kernfusion. Sie sollte die Energieprobleme der ganzen Menschheit lösen und die Großbeschleuniger sollten den Weg dazu weisen. Heute (2008) schreibt das CERN auf seiner LHC-Homepage:
“LHC – the aim of the exercise: To smash protons moving at 99.999999% of the speed of light into each other and so recreate conditions a fraction of a second after the big bang. The LHC experiments try and work out what happened.”
Das Ziel der Energiegewinnung wird nicht mehr erwähnt. Stattdessen will man jetzt am CERN die Bedingungen rekonstruieren, die nach dem Urknall geherrscht haben sollen. Das ist wirtschaftlich und wissenschaftlich unseriös. Es ist wirtschaftlich unseriös, weil die zur Erforschung der Kernenergie bewilligten Gelder zweckentfremdet werden. Die am CERN beteiligten Staaten hätten nicht 3,8 Milliarden Euro ausgegeben, um den Urknall zu rekonstruieren, an den damals (1980) kaum jemand glaubte. Und es ist wissenschaftlich unseriös, weil das CERN mindestens zwei umstrittene Theorien als richtig voraussetzt, ohne auch nur zu erwähnen, dass sie in der theoretischen Physik bisher noch nie zuende diskutiert worden sind, nämlich die Teilchenhypothese der Materie und die Urknallhypothese der Entstehung des Universums.
Am CERN hat man das Seriositätsproblem offenbar erkannt. Die LHC-Homepage führt jedenfalls über den Link „Why“ auch zu weiteren Forschungsfragen. Unter anderem erfährt der Leser, man erhoffe sich von den LHC-Experimenten die Entdeckung des sogenannten „Higgs-Teilchens“, das schon vor mehr als 40 Jahren vorausgesagt worden sei und ohne dessen Existenz das Standardmodell der Teilchenphysik in Schwierigkeiten geriete, weil dann alle Elementarteilchen masselos sein müssten.
(Christoph v. Mettenheim, Albert Einstein oder der Irrtum eines Jahrhunderts)

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